Mentale Gesundheit im Sport

Fachgespräche im Rahmen der Finals

Publikum sitzt in einem Raum und hört einem Podiumsgespräch mit vier Personen auf einer Bühne zu

Impressionen & Rückblick - 24.07.2026

Wie können wir mentale Gesundheit im Sport stärken? Bei den Finals 2026 in Hannover konnten wir abseits der Wettkämpfe über dieses wichtige Thema sprechen. Es ging um wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und vor allem um eine klare Haltung: (Mentale) Gesundheit muss im Sport an erster Stelle stehen.

Der Abend im digital.KIOSK in Hannover begann mit einem wissenschaftlichen Impulsvortrag von Nadine Vietmeier (Sportwissenschaftlerin und Psychotherapeutin). Sie konnte deutlich machen, warum es besonders im Sport wichtig ist, auf mentale Gesundheit zu achten – bspw. leiden 20% der Eliteathlet:innen an Distress (negativem Stress), 26% an Schlafproblemen und 36% an Symptomen wie Angst und/oder Depression (Gouttebarge et al., 2019; Reardon et al., 2019). Diese Zahlen sind alarmierend und hängen auch mit der Struktur des Sports zusammen: Ein hoher Grad an Perfektionismus, ein Selbstwert, der an Leistung gekoppelt ist und eine „Win-at-all-costs-Kultur“, die oft Leistung über alles andere setzt, tragen dazu bei, dass mentale Gesundheit im Sport oft nicht genug beachtet wird (Henriksen et al., 2020; Myall et al., 2023; Walton et al., 2024).

 

Im Podiumsgespräch konnten diese spannenden Einblicke mit der Sportpraxis abgeglichen werden: Julia Ronken (ehemalige Leistungssportlerin und engagiert bei der Initiative „Mehr als Muskeln“) und Reinhard Rawe (Vorstandvorsitzender des LandesSportBunds Niedersachsen e.V.) gaben spannende und wertvolle Einblicke. Es wurde deutlich – es ist wichtig, auf die mentale Gesundheit im Sport zu achten, verbandsseitig wird das Thema aktuell behandelt. Wichtiger Konsens im Gespräch: Oft braucht es keine großen Maßnahmen, sondern von allen Beteiligten (Trainer:innen, Funktionär:innen, Athlet:innen, Fans und sonstige Beteiligte) das Signal und die klare Haltung: (Mentale) Gesundheit steht an erster Stelle! Eine achtsame Sportkultur, die diesem Thema Raum gibt, ist Grundlage für einen gesunden Sport. Insbesondere die Rückfragen aus dem Publikum machten deutlich: Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch viel zu tun!

 

Im Anschluss an das Podiumsgespräch gab es in der Kontaktbörse die Möglichkeit zum Austausch. Es waren viele verschiedene Angebote vor Ort, die mentale Gesundheit im Sport fördern. Wir arbeiten daran, dass du bald alle Kontakte hier findest!

 

In der Zwischenzeit kannst du sowohl den Impulsvortrag als auch das gesamte Podiumsdisgespräch als Mitschnitt auf unserem YouTube-Kanal anschauen!

Danke

Nadine Vietmeier, Julia Ronken & Reinhard Rawe, Jan Egge Sedelies für die Moderation, die Stadt Hannover für die Unterstützung, das Team vom MusikZentrum Hannover für die Technik, die Partner:innen der Kontaktbörse sowie alle Teilnehmenden der Veranstaltung!